Social Media ist mittlerweile jedem ein Begriff und sowohl aus der privaten als auch der geschäftlichen Nutzung kaum mehr wegzudenken. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichen Anwendungsformaten. Die wohl am häufigsten genutzten Social Media Kanäle sind jene, auf denen Bilder und Videos gepostet werden. Zunehmend wird aber auch Live-Streaming immer populärer. Einen umfassenden Überblick über die Social Media Kanäle bietet die Digital Marketing Agentur ethority mit ihrer Grafik „SOCIAL MEDIA PRISMA 2017/2018“. Egal, wie unterschiedlich die Anbieter sind, sie haben die selbe Absicht: User sozial zusammenbringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen, Meinungen und Informationen mit anderen zu teilen.

Durch das große Konsumpotenzial bringen Entwickler regelmäßig neue Social Media Netzwerke auf den Markt und versuchen den große Social Media Anbietern wie z.B. Instagram und Facebook den Kampf anzusagen. Oftmals werben die Newcomer Networks mit einer werbefreien, nutzerfreundlichen oder einer ganz anderen Handhabung, als ihre Konkurrenten, um potentielle Nutzer neugierig zu machen und sie für sich zu gewinnen. Doch bisher hat es keiner geschafft, sich langfristig gegen die bekannten Social Media Anbieter zu behaupten.

Im Blick auf die letzten Jahre und vor allem auf die vergangenen Wochen ist Vero der bisher jüngste Fall. Vero wirbt, werbefrei und ohne Algorithmus programmiert zu sein – mit der Absicht sich vor allem gegen Instagram zu behaupten. Anfang 2018 gab es unzählige Beschwerden über Instagram’s Algorithmus seitens der User. Für Vero war dies ein perfekter Zeitpunkt, um es zu versuchen, sich gegen Instagram zu behaupten. Zeitgleich mit den Beschwerden über Instagram wuchsen die Downloadzahlen von Vero so rasant, dass es zu technischen Fehlermeldungen und zu einem überlasteten Server kam. Mit diesem Vorfall, verlor Vero die bereits gewonnen Nutzer und schon heute ist Vero wieder out.

Doch nicht nur Vero ist gescheitert..

Hochmut kommt vor dem Fall

Google+
Im Jahr 2011 kam Google+ als direkte Konkurrenz zu Facebook auf den Markt. Schon nach kurzer Zeit hatte das Netzwerk über 10 Millionen Mitglieder. Grund dafür war, dass man zu einer Mitgliedschaft verpflichtet wurde, wenn man Google-Dienste wie z.B. Google Mail in Anspruch nehmen wollte. Die aktuellen Nutzerzahlen von Google+ gibt Google nicht bekannt. Sie liegen jedoch schätzungsweise bei 500 Millionen aktiven Nutzern. Wie Google aktive Nutzer definiert ist ungewiss. Derzeit wird es hauptsächlich von Technik-Enthusiasten und (Hobby-) Fotografen genutzt.

Path
Ebenfalls versuche Path 2011 sein Glück. Es ist ähnlich aufgebaut wie Facebook, wird jedoch als persönlicher beschrieben. Um eine vertrauenswürdige Atmosphäre zu schaffen, konnten sich Nutzer erstmals nur mit 50 und schließlich dann mit 150 anderen Nutzern verbinden. Es wurde entwickelt, um Momente nur mit den engsten Freunden und der Familie zu teilen. Da die App Adressbücher der Nutzer hochgeladen hat, stand Path wegen mangelndem Datenschutz oftmals in Kritik. 2015 wurde die App von dem südkoreanischem Unternehmen Daum Kakao übernommen, welches ebenfalls die Suchmaschine Daum betreibt.

App.net
Gründer Dalton Caldwell wollte im August 2012 mit App.net ein werbefreies Netzwerk schaffen. Finanziert wurde die App zunächst über Crowdfunding, einem Abomodell und von Investoren. 2014 hatte die App jedoch nicht genügend Abo-Verlängerungen für eine weitere Finanzierung, weshalb alle Mitarbeiter inklusive Gründer entlassen wurden. Anfang 2017 wurde bekannt gegeben, dass App.net komplett eingestellt wird und sämtliche Nutzerdaten gelöscht werden.

Ello
Als ebenfalls werbefreie Alternative zu Facebook versuchte sich Ello zu platzieren. Geworben wurde mit Exklusivität und Datensicherheit. Mit einem schnellen, erfolgreichen Start und 45.000 Anmeldungen pro Stunde, verlor Ello im Jahr 2015 seine Nutzer und ist seitdem den meisten Menschen unbekannt. Trotzdem existiert Ello auch heute noch – mit ca. 400.000 aktiven Mitgliedern. Die App hat sich jedoch zu einem „Creators Network“ positioniert und sich vorgenommen, Künstler weltweit zusammenzubringen.

Peach
Vine-Gründer Dom Hoffmann brachte im Januar 2016 die App Peach an den Start und galt kurze Zeit als ernst zunehmender Konkurrent für Facebook und WhatsApp, da es sich sowohl als Messenger, als auch als Soziales Netzwerk versuchte. Um sich jedoch von den anderen Social Media Anbietern abzuheben, stand die Art und Weise wie Inhalte geteilt werden im Vordergrund. Die App Peach ist zwar noch im Play-Store und iOS-Store vorzufinden, verzeichnet seit 2016 aber keine Downloads mehr.

Mastodon
2016 gelauncht und doch erst ein Jahr später gestartet. Mastodon sollte das verbesserte Twitter werden. Betrieben wird die App von Freiwilligen und finanziert durch Spenden.Mastodon ist auch heute noch mit ca. 134.000 Nutzern aktiv. Aufgrund der Komplexität wird sie sich für den Mainstream jedoch nicht durchsetzen können.

Immer wieder kommt es zu Neuerscheinungen von Social Media Netzwerken – in den Anfangsphasen werden sie gehyped, aber genauso schnell wie sie in den Munden aller waren, sind sie dann auch wieder vergessen. Bisher sind Facebook mit 2,1 Milliarden Nutzern, Instagram mit 800 Millionen, Twitter mit 330 Millionen und YouTube mit mehr als 1 Milliarde weitaus ungeschlagen die beliebtesten Social Media Plattformen weltweit. Ein neues und erfolgreiches Soziales Netzwerk aufzubauen und massentauglich zu machen, stellt eine enorm große Herausforderung dar. Ob sich ein überhaupt ein neuer Anbieter durchsetzen kann, ist ungewiss. Das schöne am Influencer-Marketing ist, dass es ein Instrument ist, welches nicht nur auf einem bestimmten Kanal gespielt werden kann, sondern viele verschiedene Social Media Kanäle für Influencer-Marketing herangezogen werden können.