Auf allen großen Social Media-Plattformen ist ein Trend zur Professionalisierung zu erkennen. Egal ob auf YouTube, Instagram oder Facebook: Überall sind Nutzer zu finden, denen mehrere hunderttausend Menschen folgen, die hochwertige Inhalte produzieren und ihren Kanal zu ihrer persönlichen Haupteinnahmequelle hochgewirtschaftet haben. Es lässt sich also auf fachgemäße Weise mit Content und Followern Geld verdienen –die Mechanismen der Monetarisierung sind auf manchen Online-Portalen aber weniger einfach zu durchschauen, als auf anderen. Ein Blick hinter die Kulissen soll zeigen, welche Möglichkeiten Influencern heute an die Hand gegeben werden. Wir bedienen uns dafür eines sachdienlichen Beispiels: dem Live-Streaming-Dienst Twitch.

Abo für Bares

Das 2011 erschienene Streamingportal Twitch wird überwiegend von Gamern genutzt, um ihr Gameplay live mit der Community zu teilen. Populäre zeitgenössische Spiele sorgen dafür, dass sich monatlich rund 100 Millionen Nutzer zum Zuschauen auf Twitch tummeln, um die Inhalte von über zwei Millionen aktiven Streamern zu sehen. Die schiere Masse an Zuschauern lässt bereits vermuten, dass Werbetreibende Twitch unlängst als attraktive Plattform für Spots, Banner und Product Placements erkannt haben.

Twitch bietet den Streamern dabei Möglichkeiten, auch ohne etablierte Werbevorgänge Geld mit ihren Inhalten zu verdienen: Während es grundsätzlich jedem User kostenlos möglich ist, bei einem Stream zuzuschauen oder einem Streamer zu folgen, können darüber hinaus kostenpflichtige Abonnements abgeschlossen werden. Diese sind in drei Preiskategorien gestaffelt (4,99€, 9,99€ und 24,99€ pro Monat) und werden in ihrem Erlös zwischen Twitch und dem Streamer aufgeteilt. Die Follower können so direkt ihre Lieblingsstreamer unterstützen und bekommen als Gegenleistung vom Influencer individuell festgelegte Goodies, wie etwa Werbefreiheit auf dem Kanal, zusätzliche Emotes für den Chat oder Ähnliches. Wer sich während eines Streams für ein Abonnement entscheidet, wird meistens vom Streamer mit einem persönlichen Dankeschön bedacht.

Bitte ein Bit

Wer kein Abonnement buchen möchte, hat überdies die Möglichkeit, Geld in sogenannte Bits zu investieren. Diese hauseigene Online-Währung kann dazu genutzt werden, über ein Chat-Kommando während des Streams zu cheeren, also zustimmend zu jubeln. Bei einem solchen Chat-Befehl wird angegeben, welche Summe von Bits für den Cheer ausgegeben werden soll. Auch an dieser Stelle erhält der Streamer einen Anteil des Beitrags. Der Clou: Es folgt eine Einblendung im Video, die die Menge der gegebenen Bits sowie den Usernamen des Spenders enthält. Auf diese Weise erhalten die Zuschauer einen Anreiz, Streamer ganz nebenbei mit Kleinstbeträgen weiter zu unterstützen. Die Influencer bedanken sich in der Regel auch live während der Ausstrahlung für die Zuwendung, was zu weiteren Spenden ermutig. Das System erhält zusätzliche Inzentive durch Leaderboards der großzügigsten Spender oder vom Influencer festgelegte Zielsummen, die über einen Fortschrittsbalken dauerhaft im Bild eingeblendet werden und während eines Streams erreicht werden sollen.

Das richtige Werkzeug

Bei allen Abos, Cheers und Bits sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass diese Funktionen der Plattform keinesfalls selbstverständlich sind. Sie wurden den Streamern eigens von Twitch als Möglichkeiten an die Hand gegeben, um mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Auch YouTube oder Instagram bieten in ihrer Infrastruktur Möglichkeiten, Inhalte zu monetarisieren oder in ihrer Performance durch Insights bewertbar zu machen. Influencer sind in ihren Möglichkeiten also sehr stark abhängig vom Angebot der Anbieter, auf deren Seiten sie ihre Inhalte teilen.

Twitch bietet mit seinem umfangreichen Partnerprogramm dabei innovative Ansätze, auch ohne werbetreibende Dritte Geld zu verdienen – in der Regel führt aber ein durchdachter Mix aus Monetarisierungsoptionen zu gleichmäßigen Einnahmen.

How much is the Twitch?

Es mag für viele wie ein Traum klingen: Videospiele spielen und damit Geld verdienen. Das Leben als Streamer oder Influencer ist aber genau so stressig und anstrengend wie andere Jobs. Die Pflege der Community und das Management der eigenen Inhalte sind aufwendig. Skaliert man das Prinzip aber auf sein Maximum, sind enorme Einnahmen möglich: Der weltgrößte Twitcher Tyler „Ninja“ Blevins gab Anfang 2018 an, monatlich etwa 500.000$ durch Streaming zu verdienen – eine Summe, von der viele Influencer tatsächlich nur träumen können.

Wenn auch Sie die Möglichkeiten von Online- und Influencer-Marketing für Ihre Kampagnen entdecken und nutzen wollen, finden sie in Lucky Shareman einen zuverlässigen Experten. Wir freuen uns auf Ihren Kontakt!

 

Quellen:

Twitch, twitch.tv, 04.01.2019